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Rating:
Archive Warning:
Category:
Fandoms:
Relationships:
Characters:
Additional Tags:
Language:
Deutsch
Stats:
Published:
2012-11-27
Completed:
2012-12-24
Words:
61,422
Chapters:
23/23
Comments:
8
Kudos:
94
Bookmarks:
11
Hits:
2,592

Stuck on You

Summary:

Eine "Selbst ist die Braut"- AU.
"Ich soll was?" Pansy muss sich in eine arrangierte Ehe fügen. Oder? Gut, dass Draco da schon einen Plan hat...

Notes:

Disclaimer:Alle Rechte an den Charakteren des Harry-Potter-Universums gehören der Autorin J.K. Rowling. Es ist nicht meine Absicht mit dieser Geschichte Geld zu verdienen.

Das Rating bezieht sich erst auf die letzten Kapitel der Geschichte.

Chapter 1: I.

Chapter Text

Stuck on you
Kapitel 1

Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass ich überrascht war. Nein, Überraschung ist tatsächlich das Letzte, was ich fühlte.
Nervosität und Angst lähmten mich und drohten mir den Atem zu nehmen, aber ich musste ruhig bleiben, durfte mir nichts anmerken lassen, auch wenn ich gerade innerlich zu Eis erstarrte.
Ich wusste, dass alle Leute um mich herum mit ihrem Frühstück beschäftigt waren, aber man konnte nie wissen, wer wen beobachtete. Nicht in diesem Umfeld, nicht in diesen Zeiten.

Mein Herz schlug immer schneller, während ich den fast lautlosen Flug der Post-Eulen durch die große Halle mit den Augen verfolgte.
Die große Adlereule meiner Eltern war schon von weitem zu erkennen.
Ich zwang mich, weiter ruhig in meinen Toast zu beißen, zu kauen und die klebrige Masse, die sich in meinem Mund wie ein klebriger Pappekloß anfühlte, runterzuschlucken.
Ich musste sorglos wirken, man durfte mir nichts ansehen.
Ich sah aus dem Augenwinkel, wie mein bester Freund, der neben mir saß, seine Augen blitzschnell zwischen den immer näher kommenden Eulen und mir hin und her wandern ließ. Ich wünschte, er würde damit aufhören. Meine Hände wurden vor Nervosität ganz klamm und ich hätte ihn am liebsten angeschrieen. Wenn er so weiter machte, dann würde er mich, oder schlimmer noch, uns verraten. Unter dem Tisch versuchte ich ihn unauffällig mit dem Knie zu stoßen. Er spürte die Bewegung, wenn auch nicht den Stoß, und beschäftigte sich wieder mit seinem Kürbissaft.
Gerne hätte ich mich entspannt, aber die große braune Eule kreiste im Moment über unserem Haustisch um mich zu suchen.
Ich weiß noch, dass ich in diesem Moment dachte, wie praktisch es doch wäre, wenn man sich einfach nur unsichtbar zu machen brauchte, und eine Post-Eule einen niemals finden würde. Innerlich musste ich über meinen Galgenhumor lachen, doch das Prusten blieb mir vor Angst im Halse stecken.
Warum heute? Warum schon so bald? Und die wichtigste Frage: Warum ich?

Ich blicke angestrengt auf meinen Teller und wagte es nicht, in die Augen meiner Slytherin- Mitschüler zu blicken, als das nervenzerreißende Warten endlich ein Ende hatte, und ein großer Bogen aufgerolltes Pergament vor mir auf den Tisch fiel. Ohne einen Augenblick zu zögern, ergriff ich die Rolle und schob sie in meine Schultasche. Ich blitze die Slytherins um mich herum an. Das geht euch nichts Leute. Kein Kommentar.

Da mir der Appetit gehörig vergangen war, schnappte ich mir meine Tasche, deren Gewicht sich durch den Brief meiner Eltern vervierfacht zu haben schien und legte meinem besten Freund im Aufstehen eine Hand auf die Schulter, drückte sie kurz und wandte mich ohne ein weiteres Wort um und stolzierte aus der großen Halle. Zu meinem Glück schien das meinem ganz alltäglichen Verhalten zu entsprechen, denn niemand würdigte mich eines Blickes. Heute kam es mir gelegen, jeden anderen Tag hätte ich wahrscheinlich einen Tobsuchtsanfall bekommen.

Kaum war ich in einem der leeren Klassenzimmer angekommen, da sah ich Draco auch schon mit wehendem Umhang um die Ecke biegen. Man sollte meinen, dass er die Sache mit dem unauffälligen Verhalten besser drauf hat.

„Ich will ihn nicht aufmachen.“ Meine Gedanken sprudelten aus mir heraus, bevor Draco auch nur die Tür hinter sich geschlossen hatte. Diese ganze Sache schien mich sehr mitzunehmen, denn mein vorsichtiges Verhalten hatte sich gerade ebenso verabschiedet.
„Ich weiß. Aber du musst. Du wusstest, dass er früher oder später kommen würde. Mach ihn auf, Pansy. Los. Das Warten kann die Sache auch nicht aufhalten.“

Ich wünschte, ich könnte ihm sagen, dass er Unrecht hat. Draco nahm mir die Tasche ab. Zog mich neben ihn, auf einen der Stühle, und hielt mir auffordernd den Brief unter die Nase. Er hat ja auch gut reden, seine Mutter würde schließlich alles dafür tun, um seinen Vater so lange wie möglich hinzuhalten. Ich hatte nicht so ein Glück.

Das Pergamentpapier raschelte in meinen Händen, als ich mit zittrigen Fingern das Siegel der Parkinson-Familie aufbrach.

Fahrig strich ich mir eine lange Strähne aus der Stirn. Alles, nur um es noch ein paar Sekunden herauszögern zu können, dass sich mein Leben auf immer verändern würde.

Draco zog seinen Stuhl näher heran, doch ich bemerkte es gar nicht richtig. Alles was zählte, waren die Worte, schwarz auf beige, die ich vor mir auf dem Pergament sah und die langsam vor meinen Augen verschwommen, bis ich nur noch schwarze Kleckse auf hellem Untergrund erkennen konnte.
So eine Scheiße!

Wortlos reichte ich den Brief an Draco weiter. Ein Mal lesen genügte. Die Worte meiner Eltern hatten sich schon längst in mein Gedächtnis gebrannt.

Unsere uns stolz machende Tochter,
Pansy, es ist soweit. Du kannst und darfst endlich deinen Platz in unserer Gemeinschaft einnehmen. Der dunkle Lord beehrt uns sehr mit seinem Geschenk zu deinem 17. Geburtstag. Da die Ferien in der nächsten Woche beginnen, wirst du uns und Ihn mit deiner Anwesenheit beehren. Wir werden dich besonders auf die Aufnahme in Seinem Kreis vorbereiten. Und noch jemand wird sich speziell über dein Kommen freuen. Mr. Avery, ein besonders verehrter Freund der Familie, hat unserem Angebot zugestimmt. Wir werden eure Verlobung an Weihnachten bei unserem alljährlichen Ball bekannt geben.
Bis dahin verbleiben wir mit Stolz auf dich, Pansy, und die Errungenschaften unserer Familie.
Deine Eltern.

 

Die Stichworte flogen als Gedankenfetzen wieder und wieder durch meinen Kopf. „Aufnahme, dunkler Lord, Verlobung, Weihnachten“. Oh Merlin, mir wurde schlecht. Neben mir hörte ich Draco leise murmeln: „Scheiße. Scheiße. Große Scheiße.“ Genau meine Meinung.
Eigentlich blieb nur eine Frage, aber ich hatte Angst sie zu stellen. „Was soll ich denn jetzt bloß tun?“

Draco legte seinen Arm um mich und drückte mich an sich. Noch so etwas, wofür ich ihn an normalen Tagen verhext hätte. Aber heute war eben kein normaler Tag. Ganz und gar nicht.

Avery. Ich sollte Avery heiraten. Beim Gedanken daran wurde mir wieder ganz schlecht. Der Typ war so alt wie Snape… Es schüttelte mich innerlich. Urgh.

Draco, der meine Gedanken erraten hatte, flüsterte angewidert: „Avery?!“ Ich nickte stumm.

In nicht mal einer Woche sollte ich nach Hause kommen. Das musste man ihnen lassen, meine Eltern kannten mich gut. Sie wollten mir nicht viel Zeit lassen um mir einen Plan zu Recht zu legen, wie ich aus der Sache herauskommen konnte.

Also mussten wir schnell handeln. Wütend wischte ich mir die Tränen von der Wange. Jetzt war nicht die Zeit um zusammen zu brechen. Wir wussten, dass dieser Tag kommen würde, und da mein 17. Geburtstag im Januar war, hatten Draco und ich früher oder später damit gerechnet. Es hatten schließlich schon andere aus unserem Jahrgang solche Briefe von Zuhause bekommen und wir wurden auf genau diese Tage seit unserer Kindheit vorbereitet. Den Tag unserer Volljährigkeit, wenn wir den Platz in der Todesser- Gemeinschaft einnehmen konnten und unsere Hochzeit, mit wem auch immer. Hauptsache er war reinblütig und reich. Mir drehte sich der Magen um, aber ich musste handeln.

„Also, wie sieht der Plan aus?“, ich richtete mich im Stuhl auf und hob meinen Kopf in die Höhe. Den Triumph mich zu besiegen, den wollte ich ihnen noch nicht, nicht ohne Kampf, lassen. Der Kampf hatte für mich gerade erst angefangen.

„Pansy,…“

„Was, Draco? Wir reden von diesem Tag seit wir im letzten Jahr den dunklen Lord gesehen haben und was er aus unseren Eltern gemacht hat. Dein Vater sitzt wegen dieser lächerlichen Halb-Schlangen-Kreatur in Askaban, hast du das vergessen? Was ist mit unseren Plänen? Irgendetwas müssen wir doch tun können. Ich werde auf keinen Fall in den Ferien nach Hause fahren. Das kannst du vergessen! Und noch weniger werde ich diesen Ekel von Todesser heiraten, der so alt ist wie mein Vater. Das ist widerlich…“ Ich redete mich immer mehr in Rage bis Draco mich nur noch mit einem Zauber zum Schweigen bringen konnte.

Verdutzt schaute ich ihn an. Dann würde ich wütend. Wie konnte er es wagen…

„Pansy, hör mir zu. Ich habe mir schon Gedanken darüber gemacht. Dein Geburtstag ist schon in einem Monat und deswegen habe ich schon angefangen nach Lösungen zu suchen. Wegen der Sache mit den Todessern, da habe ich noch keine Lösung gefunden, aber deine Verlobung soll schon in weniger als zwei Wochen sein. Und ich glaube, ich habe da eine Idee, wie wir beide Probleme auf einen Schlag lösen können. Natürlich würde das Ganze eine Menge anderer Dinge nach sich ziehen. Enderbung, Verfolgung, du weißt schon…aber ich weiß auch, dass du das eher in Kauf nehmen würdest, als Todesserin zu werden und Du-weißt-schon-wem den Saum und deinem „Verlobten“ die Lippen zu küssen. Hab ich Recht?“

Energisch nickte ich ihm zu. Das wusste er doch alles. Darüber hatten wir in den letzten Monaten ununterbrochen geredet. Was sollte das alles?

„Gut. Hör mir zu. Ich werde den Zauber noch nicht lösen. HEY! HEY! Geh mir nicht gleich an die Gurgel!! Du sollst mir zuhören. Soll ich dir nun helfen, oder nicht?“ Wütend guckte er mich an.
Geschlagen ließ ich mich in den Sitz zurückfallen, verschränkte die Arme vor der Brust und hielt, gezwungenermaßen, meine Klappe. Da bin ich aber mal gespannt…

„Pansy, ich weiß, dass das schwierig für dich ist. Aber hör mir doch erst Mal zu.“ Draco hielt meinem Blick stand.
„Die Lösung ist eigentlich so einfach wie genial. Du kannst dich nicht mit Avery verloben, wenn du schon mit jemand anderem verlobt bist. Du weißt, dass das in der Zaubererwelt nicht geht. Sobald man in die Werbung um seinen Partner eingeht, dann lässt sich der angefangene Bund nicht mehr brechen. Auch von deinen Eltern nicht. Was sagst du dazu?“

Grinsend und furchtbar stolz auf sich löste Draco, ENDLICH, den Zauber, der mich verstummen ließ.

„Mit wem soll ich mich denn bitte schön verloben? In so kurzer Zeit? Nicht mal zwei Wochen mehr, Draco! Mit dir etwa?“

„Oh nein! Auf gar keinen Fall!“, konnte er noch schneller ablehnen? Ich funkelte ihn weiter böse an.

„Hier kommen wir zum zweiten Problem. Abgesehen davon, dass ich dich liebe“; na wenigstens gibt er es zu. „Kann ich dich nicht heiraten. Erstens, mir würde bei der Vollziehung der ehelichen Pflichten schlecht werden und zweitens wäre es keine Lösung für das Problem mit den Todessern.“

Wo er Recht hat…

„Und wer schwebt dir dann vor?“

„Ein Gryffindor.“ Bevor ich aus dem Sitz springen und ihm erneut für seinen Vorschlag an die Gurgel gehen konnte hob er beschwichtigend die Hand und rutschte vorsichtshalber ein paar Meter weg.

„Das ist die perfekte Lösung! Sie sind loyal, beschützend und unglaublich unüberlegt mutig. Aber erzähl bloß niemanden, dass ich das jemals gesagt habe!“ Draco lief rot an und ich musste grinsen. Daher lief also der Hase…

„Sie würden ohne jeden Zweifel für dich kämpfen und vor allem aber würden sie gegen die Todesser kämpfen…“

Auch wenn ich mich wiederhole: Wo er Recht hat…

Mit hochgezogenen Augenbrauen schaute ich ihn herausfordernd an. Jetzt wurde es spannend.

„ Es muss natürlich jemand in unserem Alter und aus dem siebten Jahr sein, ansonsten würde die Sache mit der Brautwerbung nicht funktionieren, da man nur 6 Monate vor dem 17. Geburtstag eine solche Werbung beginnen kann, da sie an sich ein halbes Jahr lang dauert und man ja erst mit 17 heiraten darf.“

Ich rollte genervt mit den Augen. Das wusste ich alles. Wollte er mich verarschen?

„Ja, ja, schon gut, ich mach weiter. Es muss jemand sein, der besonders gewieft ist. Der zu kämpfen bereit ist. Jemand, dessen Gutmütigkeit sich hervorragend ausnutzen lässt und am besten jemand, der den Kampf gegen die Todesser schon kennt. Also…“ Draco grinste frech.

Oh nein! Er meint jetzt nicht, den von dem ich denke, dass er ihn meint, oder?

„Nicht Potter!“ Platzte es aufgebracht aus mir heraus. „Vergiss es! Außerdem bräuchtest du Hammer und Meißel um ihn von der Weaselette los zubekommen. Keine Chance! Vergiss es!!!“

„Ihn meinte ich nicht!“

„Wen dann? Weasley vielleicht?“

Mit einer gewissen Zufriedenheit sah ich zu, wie Draco rot anlief und sich seinerseits bereit machte mir ins Gesicht zu springen.

„Schon gut, schon gut! Ich hab gar nicht vor deinen Weasley auch nur anzurühren.“ Lachte ich ihm entgegen.

„Er ist nicht ‚mein’ Weasley!“, fauchte Draco.

„Aber du hättest es gerne, oder irre ich mich da?“ Mein bester Freund lief noch roter an und meine Laune fing langsam an sich zu verbessern.

„Es geht hier nicht um mich.“ Und zack, schon war ich wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen.

„Ich rede von Granger.“

„Granger? Bist du irre! Das Schlammblut?!“, hey, ich mag zwar Lord Schlangennase abgeschworen haben, aber deswegen ändere ich nicht gleich mein ganzes Weltbild.

„Denk mal drüber nach, Pansy. Sie ist perfekt für den Job. Ja, sie ist ein Schlammblut, und genau das würde deinen Eltern den Rest geben, zu der Schande, die du ihnen eh erteilen würdest. Du wärst doppelt enterbt und müsstest keine Todesserin werden. Du wärst für sie noch abstoßender als wenn du nur mit jemand anderem verlobt wärst. Außerdem lässt sie sich wahrscheinlich am leichtesten von der ganzen Idee überzeugen, da sie eh immer für alle Ungerechtigkeiten eintritt. Du musst ihr nur ordentlich was vorheulen, oder so. Und sie ist klug, und kann kämpfen, wenn du sie auf deiner Seite hast, dann kann dir erst Mal nicht viel passieren. Und dadurch wärst du auch auf Potters Seite. Auch nicht das schlechteste in der kommenden Zeit und jetzt sag nicht, du willst sie nicht, weil sie ne Frau ist. Ich weiß, dass das für dich kein Problem ist und die Brautwerbung gilt auch für den Fall, dass es zwei Bräute sind und…“

Draco ging die Luft aus.
Ich muss schon sagen, seit er Weasleys Hintern beim Quidditch zum ersten Mal bemerkt hat, hat er sich ganz schön verändert… Dieses ganze Gerede über die Gutmütigkeit der Gryffindorks. Oh Merlin…

Schlimmer noch, in meiner inneren Verzweiflung schien das ganze Gerede auch noch echt Sinn zu machen. Ich seufzte schwer.
Ich war echt geliefert, wenn ich das auch nur in Betracht ziehen würde.
Aber noch mehr würde ich geliefert sein, wenn ich es nicht in Betracht ziehen würde…

Mist.