Work Text:
„Also. Nochmal. Ihr beide geht ins Cosmos und beschattet Ian Flint. Ich bin mir sicher, er wird die Drogen dort verkaufen. Ihr müsst das dokumentieren und das wird unser Beweis sein. Verstanden?“, Justus Blick war ernst und er durchbohrte seine beiden Kollegen damit.
„Warum müssen das überhaupt wieder wir machen“, klagte Peter.
„Weil Ian mich kennt und euch nicht, Zweiter. Wenn er mich sehen würde, würde er gleich wieder verschwinden. Darüber hatten wir doch schon gesprochen.“, der Erste hob tadelnd seine Augenbrauen. Peter stöhnte nur und versank weiter in der Couch.
Es war früher Freitagabend und die drei Freunde saßen in ihrer Zentrale. Sie steckten seit Tagen an diesem Fall dran und hatten nun endlich eine Möglichkeit, handfeste Beweise zu besorgen. Dafür mussten sie nur in diese verdammte Diskothek gehen und Ian Flint bei seinen Taten fotografieren und dann konnten sie das ganze Cotta weitergegeben, das war zumindest der Plan.
Bob hatte ungefähr genauso viel Lust auf diese Aktion wie sein rothaariger Freund. Clubs waren immer laut, stickig und den Alkohol, der alles ein bisschen ertragbarer machte, konnten sie erst in gut drei Jahren legal erwerben. Gott schütze Amerika, das Land der Freien, das Land, in dem 18-jährige ohne Probleme Waffen kaufen konnten, aber wehe, sie konsumierten Alkohol vor ihrem 21sten Lebensjahr.
Trotz all dieser lästigen Umstände einer jeden Diskothek wusste er, dass er gehen würde. Den Ermittlungen und seinen beiden Freunden zuliebe. Sein Blick wanderte zur Uhr, bald mussten sie los, wenn sie zur Öffnung da sein wollten.
„Wir sollten dann gehen“, merkte er dann auch relativ schnell an. „Immerhin öffnet diese Hölle in eineinhalb Stunden und meine Wenigkeit würde sich gerne nochmal duschen und umziehen“.
Peter stimmte ihm zu. Sie sahen gerade nicht wirklich aus wie die typischen Clubgänger, und wenn sie ungestört ermitteln wollten, sollten sie es wenigstens versuchen.
„Viel Glück nachher. Meldet euch, wenn ihr was braucht.“, rief Justus ihnen zu, als sie die Zentrale durch das kalte Tor verließen.
„Komm, ich setz dich zuhause ab.“, Peter lief zu seinen roten MG, der nicht weit von ihnen stand. Zu einer freien Taxifahrt sagte Bob grundsätzlich nicht nein, besonders wenn, wie jetzt gerade, sein geliebter Käfer mal wieder in der Werkstatt verweilte. So folgte er seinem Freund in den Wagen und bald hielten sie vor dem Haus des Dritten.
„Dann. Bis später?“, Bob schnallte sich ab und blickte zu seinem Freund hinüber.
„Ich hol dich dann gegen halb neun, in einer halben Stunde sollten wir es nach LA schaffen.“, auch Peter blickte ihn an und grüne Augen trafen auf Blaue. Der kleine Sportwagen wurde auf einmal besonders warm und sein Beifahrer verspürte schlagartig einen großen Drang zur Flucht.
„Klingt gut.“, brachte Bob noch raus, dann sprang er aus dem MG. Er wusste, dass Peter ihm nachsah. Sein Blick brannte sich förmlich in seinen Rücken ein. Mit zitternden Händen holte der Dritte seinen Schlüssel aus der Hosentasche und schloss die Haustür auf, welche er auch gleich zuknallte. Der Abend konnte heiter werden.
Mit einem Zeitfenster von ungefähr einer Stunde duschte er, aß noch etwas zu Abend und wechselte ungefähr zwanzig Mal sein Outfit. Es war Bob nicht mal bewusst, dass er so viele Klamotten besaß, bis er sie heute Abend mindestens alle einmal anhatte. Nichts schien ihm wirklich zu gefallen, seine Haare saßen auch nicht wirklich und er hatte nur noch gute zehn Minuten. Er war kurz davor, die ganze Aktion abzublasen und sich für den Rest des Abends unter seiner Decke zu verstecken.
Es klopfte und seine Mutter öffnete die Tür. Zumindest versuchte sie es, denn ein Haufen von Jeans, die hinter dem Eingang zu seinem Zimmer lagen, machte das ganze etwas schwerer.
„Robert Andrews, warum liegen all deine gewaschenen Sachen auf deinem Fußboden?“, tadelnd sah sie ihren Sohn an. „Was veranstaltest du überhaupt hier, so verzweifelt über deine Kleidung für ein Date warst du noch nie.“
Ein Date? Nein, schön wäre es. Aber mit Peter würde er sicher nie ein Date haben. „Wie kommst du bitte auf ein Date? Peter holt mich gleich, wir müssen ermitteln.“, genervt begann Bob ein paar Sachen aufzusammeln und auf seinem Bett abzuladen.
„Ermitteln? Dafür räumst du deinen gesamten Kleiderschrank aus?“, fragte seine Mutter ungläubig.
„Wir müssen verdeckt ermitteln, da kann ich nicht einfach in irgendwas auftauchen! Es muss immerhin glaubwürdig aussehen.“, gab er aufgebracht von sich.
„Wenn du meinst. Ich wollte dich nur daran erinnern, dass dein Vater und ich auch gleich losfahren. Wir übernachten heute und morgen bei James und Tiffany. Du willst sicher nicht mitkommen?“, fragte sie.
„Nein. Ich kann auch gar nicht. Ermittlungen, du weißt doch. Ich komme schon klar.“, er warf einen Blick auf die Uhr, dann in den Spiegel vor ihn. Das musste reichen. Schlichte Jeans, ein schwarzes Shirt und ein offenes Hemd. Er fuhr sich ein letztes Mal durch die Haare, schnappte sich Handy und Geldbeutel und schob seine Mutter aus seinem Zimmer. „Ich räum morgen auf, ich muss jetzt gehen.“, rief er ihr noch zu, als er die Treppen herunterlief. Schnell schlüpfte er in seine Schuhe, griff nach seinem Schlüssel und war aus der Tür. Es war bereits dunkel, obwohl es noch nicht besonders spät war. Der Sommer war nun endgültig zu Ende. Der rote MG war nirgends zu sehen, immerhin war Bob auch fünf Minuten zu früh.
Er nutze den Moment, um nochmal durchzuatmen. Sie mussten nur irgendwie Fotos von diesem Drogendeal machen und dann konnten sie gehen. Problem war nur, dass sie nicht wussten, wann Ian Flint überhaupt da auftauchen wollte. Am Ende kam er gar nicht und die ganze Aktion war umsonst. Und dann war da auch noch Peter. In den letzten Wochen hatte Bob jegliche Zweisamkeit mit seinem Detektivkollegen vermieden, zu groß war die Angst, sich und seine Gefühle zu verraten. Und jetzt musste er vielleicht die halbe Nacht mit ihm verbringen, in diesem elendigen Club.
Ein kurzes Hupen riss ihn aus seinen Gedanken. Erschrocken sah er zur Straße, Peters Wagen war nur noch wenige Meter entfernt. Bob stieß sich von der Haustür ab und bald schon saß er wieder auf dem Beifahrersitz.
„Hi“, Peter begrüßte ihn schlicht. Bob erwiderte den Gruß und starte auf seine Hände.
„Du siehst gut aus.“
Der Blick des Dritten schnellte zu seinem Freund und hoffte inständig, dass die Dunkelheit die Rötung seines Gesichts verbarg.
„Danke“, sagte er nur, unsicher, was der nächste Schritt sein sollte. Für einen Moment war es sehr still im Auto.
„Du auch.“, es war mehr ein Hauch, als eine Antwort, aber Peter schien sie gehört zu haben. Zumindest meinte Bob, ihn aus dem Augenwinkel grinsen zu sehen. Der Zweite startete den Motor und sie setzten sich in Bewegung.
Den Beginn der Fahrt verbrachten sie in Stille, nur der Motor war zuhören. Die Nervosität des Dritten stieg mit jedem Meter, den sie hinter sich brachten. Seine Hände waren ganz rot, er hatte sie die ganze Fahrt über unterbewusst geknetet.
„Stress dich nicht so, das wird schon was werden, Dritter.“, meinte Peter, er musste seine Hände gesehen haben. Natürlich dachte er, dass Bob nur wegen des Falles so unruhig war. Das sollte ihn eigentlich beruhigen, warum fühlte er sich dann trotzdessen noch so aufgewühlt?
„Du hast Recht, wir schaffen das. Und zwar ganz ohne Justus.“, Bob zwang sich zu einem Grinsen.
Peter lachte leicht. „Genau, immerhin sind wir auch astreine Detektive.“
Bob nickte. Die Stille kehrte zurück in den Wagen und der Dritte richtete den Blick nach Draußen, beobachtete die vorbeiziehenden Lichter der Metropole.
Die Reise nach LA war noch nie so kurz wie heute, Bob hätte schwören können, sie fuhren erst seit fünf Minuten, als Peter auf den Parkplatz des Cosmos einbog. Der Club hatte erst seit guten 10 Minuten geöffnet, dennoch konnten die beiden Detektive schon eine Schlange entdecken. Ian Flint war nicht Teil der Wartenden.
Der Zweite stellte das Auto ab und richtete den Blick wieder auf seinen Beifahrer. „Alles dabei? Handy, Ausweis?“. Das Cosmos war ein Club, der auch schon für 18 Jährige seine Fronten öffnete, also konnten sie ihre echten Ausweise benutzen. Sehr zu Erleichterung aller Beteiligten, da die Gefälschten, so gut sie auch sein mochten, immer ein Risiko darstellten. Und Cotta es sicher auch nicht begrüßen würde, wenn er wüsste, dass seine Nachwuchsdetektive solchen Besitztümer hatten.
Bob tastete seine Taschen ab. Handy da, Geldbeutel dort, Schlüssel hier. Letztere zog er aus ihrem Aufbewahrungsort, um sie im Auto zu lassen. Die zu verlieren, wäre das letzte, was er heute Abend wollte. „Sieht so aus, und selbst?“, entgegnete er.
Peter tat es seinem Freund nach und bald hatten sie keine Entschuldigung mehr, weiter im Auto sitzen zu bleiben.
„Dann. Mal los, wir wollen heute ja auch noch ankommen.“, Peter kletterte aus dem Fahrersitz hinaus in die Kälte. Für einen spätherbstlichen Abend war es kühler als sonst. Bob war froh um seine Jacke.
Sie stellten sich am Ende der Schlange an, der Bass brummte ihnen schon von außen entgegen. Die beiden tauschten kurze Blicke, dann erinnerten sich die zwei Detektive, dass es so aussehen sollte, als wären sie aus freien Stücken hier. Sie versuchten ihre Staturen etwas zu lockern und dabei zeitgleich die Umgebung zu überblicken. Lange mussten sie nicht warten, schon nach guten fünfzehn Minuten hatten sie ihre Jacken abgegeben und standen in der Nähe der Bar. Auch hier war Ian Flint nirgends zu sehen. Aber wer ging auch in den Club um diese Uhrzeit. Bob bereitete sich darauf vor, lange warten zu dürfen, bis ihr Verdächtiger hier auftauchen würde.
Peter zog ihn zu einer kleinen Sitznische, in der man unauffällig den Eingang beobachten konnte. Mehr als sonst wünschte sich Bob, er könnte hier etwas trinken, das konnte doch niemand nüchtern aushalten. Nicht mal eine wirkliche Unterhaltung konnten sie führen, dafür war es viel zu laut. Und so saßen sie da, schweigend, unmotiviert, mit Blick auf den Eingang gerichtet. Nach ungefähr einer halben Stunde versuchte Peter ihm etwas ins Ohr zu schreien. Natürlich verstand Bob absolut nichts, und nach dem vierten Versuch gab der Zweite auf und zog sein Handy raus. Ein paar Sekunden später bekam der Blonde eine Notiz vorgehalten, Ich komme gleich wieder. Und damit war Peter auch schon in den Massen verschwunden. Der Abend lief bis jetzt genauso beschissen, wie es sich der Dritte vorgestellt hatte. Noch schlimmer vielleicht, er hatte nicht gedacht, dass Peter ihn einfach so sitzen lassen würde. Aber schmollen würde Bob später, er musste nach Ian Ausschau halten und zur Not auf eigene Faust handeln.
Nach Ewigkeiten spuckte die Menge tatsächlich seinen Kollegen wieder aus, in seinen Händen jeweils ein Glas. Peter reichte ihm eins und deutete mit dem Kinn in eine etwas ruhigere Ecke, in der sie sich hoffentlich verstehen würden. Nun kämpften sie sich zusammen durch die Partygemeinschaft, darauf bedacht die Flüssigkeiten nicht auf die nächstbeste Person zu schütten. Als sie ihr Ziel erreicht hatten, blickte Bob den Rotschopf fragend an. „Was ist das?“
„Vodka Lemon, wir sind so angespannt, dass jeder gleich sehen kann, dass wir hier nicht zum feiern sind. Ich dachte, es kann nicht schaden, uns mit ein, zwei Drinks etwas Gelassenheit anzutrinken.“, er grinste hämisch.
„Wie?“, war die logische Nachfrage, immerhin war er sich ziemlich sicher, dass die Bartender die Ausweise kontrollieren. Peter zog aus seiner linken Hosentasche einen sehr bekannten falschen Führerschein heraus, laut dem er tatsächlich 21 war. „Ich dachte mir hier drinnen ist es düster genug. Hat wunderbar funktioniert.“, er grinste hämisch. Sie stießen an und Bob nahm gleich einen großen Schluck. Zu seiner Freude schienen die Bartender wirklich etwas von ihrem Handwerk zu verstehen. Lange würde der Drink nicht halten.
Und es blieb nicht bei einem Getränk. Nach dem dritten Longdrink legten sie fürs erste eine Pause ein, immerhin hatten sie noch eine Ermittlungsmission zu erledigen.
Der Alkohol rauschte angenehm durch Bobs System und die bunten Lichter pushten seine Stimmung. Er tanzte ausgelassen, Peter direkt vor ihm. Der Rotschopf hatte seine Augen auf den Eingang geheftet und starrte ununterbrochen auf die schwere Tür. Sie waren nun schon seit zwei Stunden hier und langsam gab Bob die Hoffnung auf, dass Ian hier je auftauchen würde. Das aber sollte nicht seine Laune runterziehen.
Tatsächlich sollte diese Vermutung aber alles andere als wahr sein, denn auf einmal stupste ihn sein Freund an und auch Bob richtete seine Aufmerksamkeit auf den Eingang der Tanzfläche, in dem gerade endlich ihr Verdächtiger aufgetaucht war. Ian hatte wohl keine Zeit zu verlieren und bahnte sich durch die Massen zu einer kleinen Sitzgelegenheit in einer der dunkleren Ecken des Clubs. Die beiden Detektive versuchten so unauffällig wie möglich, sich ebenfalls durch die Menge zu zwängen, um einen besseren Blick auf Ian und seine Machenschaften zu haben. Peter holte sein Handy heraus und konnte zufrieden feststellen, dass man den jungen Mann noch sehr gut erkennen konnte, obwohl alles relativ düster war. Und der Rotschopf war sich sicher, Bob konnte es später am PC noch erkenntlicher machen. Also drückte er auf Aufnahme und stopfte es sich in seine Hosentasche, sodass nur noch der Teil mit der Kamera oben herausschaute.
Bob hatte ihn dabei beobachtet. „Denkst du, das funktioniert überhaupt?“, er zog skeptisch seine Augenbraue hoch.
„Es muss. Und bei meinen Testversuchen zuhause hat es einwandfrei funktioniert. Also, falls dir nichts Anderes einfällt, würde ich dich bitten, dich aus dem Kamerawinkel zu entfernen.“, er grinste hämisch. Bob trat einen Schritt zur Seite und schüttelte nur den Kopf. „Was jetzt? Wir können hier nicht beide stehen und Ian anstarren, der wird doch merken, dass wir ihn beobachten.“
„Wir schauen ihn ja gar nicht an. Also nicht direkt. Du schaust zu mir und ich schaue zu dir und beobachte ihn dabei aus dem Augenwinkel. Wir haben einfach nur eine Konversation abseits der Party, was ganz Normales.“, Peter nippte an seinem Gin Tonic.
„Du schaffst mich manchmal ganz schön, weißt du das“, Bob seufzte.
„Mit Vergnügen, Dritter. Erzähl irgendwas, damit wir nicht verdächtig wirken.“, sein Freund sah ihn erwartend an. Bobs Wangen wurden rot. Er hoffte inständig, dass es dunkel genug war, um unertappt zu bleiben. Er musste sich etwas ausdenken, sonst würden sie wirklich noch auffliegen.
„Um, ich habe mir neue Stifte gekauft. Tuschestifte, um genau zu sein.“, was Besseres fiel ihm nicht ein.
„Was sind Tuschestifte?“, Peter sah ihn verwirrt an.
„Ich zeig sie dir mal, aber die Farbe basiert auf einem Alkoholgemisch, es ist super. Das Zeug ist so schwer zum verwischen. Aber die sind leider auch teuer. Ich hab für sechs Stifte 12€ bezahlt.“, er seufzte.
„Hm, dann musst du sie mir wirklich mal zeigen-“, Peter brach mitten im Satz ab und seine Augen wanderten angestrengt nach rechts, wo auch ihr Verdächtiger saß.
„Was ist los?“, fragte Bob, verunsichert bei seinem Freund.
„Ian hat eine kleine Plastiktüte mit weißem Zeug rausgeholt, das müssen die Drogen sein!“, zischte er. Sein Freund unterdrückte den Willen sich umzudrehen und starrte den Rotschopf nur mit großen Augen an. „Verkauft er es an jemanden?“, hauchte der dritte Detektiv.
„Ich glaube schon, ja. Ja warte. Er hats einem Typen in die Hand gedrückt, der hat ihm einen 50$ Schein gegeben.“, flüstere sein Kollege aufgeregt. Bob würde sich zu gerne umdrehen, aber er wollte nichts ruinieren mit seiner Neugier. Er hoffte nur, dass Peters Handy den Deal aufgenommen hatte.
„Verdammt! Er schaut her!“, war das letzte, was der blonde Detektiv vernahm, bevor sich ein Lippenpaar auf die seinen eigenes drückte. Bobs Herz raste, was passierte hier? Wie von allein erwiderte er, denn es war etwas, was er so lange schon wollte. Er konnte nicht mehr klar denken. Da war nur Peter und Peter allein. Keine flackernden Lichter, keine laute Musik, kein brummender Bass, kein Fall, kein Ian Flint und keine Drogen. Das Einzige was zählte, war der Besitzer der wunderbarweichen Lippen, die sich an die seinen schmiegten. Der Alkohol verstärkte all diese Gefühle nur noch mehr. Sie brachen auseinander und der zweite Detektiv zog sie Beide weg von der dunkeln Ecke, in der sie gerade standen. Bob fühlte sich an, als würde er schweben. Als sie lange aus Ian Flints Sichtfeld waren holte Peter sein Handy raus und drückte darauf rum, ohne auch nur ein Wort zu sagen. Bob war verwirrt. Sollten sie nicht darüber sprechen, was gerade passiert war? Es herrschte trotzt der lauten Musik, die langsam wieder zum Blonden hervordrang, eine eisige Stille zwischen ihnen. Die schien aber nur Einer zu bemerken, denn Peter blickte äußerst konzentriert auf den kleinen Bildschirm in seiner Hand.
„Ha! Schau Dritter, es ist drauf! Wir haben, was wir brauchen!“, sagte er auf einmal und drückte das Handy förmlich in Bobs Gesicht. Seine Verwirrung wandelte sich schnell in Erkenntnis, und dann in Schmerz um. Natürlich ging es Peter nur um den Fall, es ging Allen nur um die Fälle. Er hätte es wissen müssen, aber den Stich in seinem Herzen konnte er nicht verhindern. Die Tränen kamen hoch, somit tat er das Einzige, was ihm gerade in den Kopf kam.
Er ergriff die Flucht.
Mit nassen Wangen und dem Gefühl, er sei der größte Idiot, zwängte er sich durch die Massen. Peter hingegen war so überraschet, dass er noch immer dastand, wo Bob ihn stehen gelassen hatte. Nach gefühlten Stunden schaffte es der Blonde zur Tür, holte sich seine Jacke und stapfte nach draußen.
Er wollte einfach nur weg. Weg von diesem elendigen Club, weg von Peter und weg von dem, was gerade geschehen war. Die Tränen konnte er lange nicht mehr aufhalten und er wollte sich einfach nur noch irgendwo verkriechen und nie wieder das Tageslicht erblicken müssen. Da das leider unmöglich war, hielt er fürs Erste Ausschau nach einer ruhigen Sitzgelegenheit.
Seine Wahl fiel schlussendlich auf eine Bank, die am Rande eines dunklen Parks stand, nicht weit weg von der Diskothek. Wie er heute nach Hause kommen wollte, jetzt, da er seine Mitfahrgelegenheit im Club allein gelassen hatte, war ein Problem für nachher.
Er ließ seinen Kopf in seine Hände sinken und brach nun endgültig in Tränen aus.
Mit jeder Minute an der eisigen Kälte schien sein Kopf ein bisschen klarer zu werden. Was hatte er sich dabei gedacht. Er hatte die komplette Freundschaft mit Peter gerade in Gefahr gebracht. All die Jahre, nur um sie wegen einer dummen Kurzschlussreaktion zu verlieren. Den erwiderten Kuss hätte er noch mit dem Fall erklären können, aber sicherlich nicht das Wegrennen. Er tastete seine Jackentasche nach einem Taschentuch ab, nur um seine Finger um die Zigarettenschachtel zu wickeln, die sich mitsamt eines Feuerzeuges darin befand. Er zog sich eine Stange aus der Schachtel und steckte sie sich in den Mund. Mit zitternden Händen zündete er die Kippe an. Ob das Zittern von der Kälte kam oder der Angst, sich bald komplett der Nikotinsucht hinzugeben, wusste er nicht. Es war ihm auch egal in diesem Moment.
Er mochte das Rauchen nicht mal wirklich, außer er war sehr stark betrunken. Aber es hatte schon irgendetwas Beruhigendes, etwas Therapeutisches, was er nicht erklären konnte. Als würden mit dem Tabak auch seine Probleme verbrennen, zumindest für die knappen zehn Minuten, die er für eine brauchte. Er versuchte, sich wieder zu beruhigen und konzentrierte sich voll auf den Rauch, der seine Lungen verließ. Er mischte sich mit der Wolke warmer Atemluft, die dank des anbrechenden Winters schon seit Tagen steter Begleiter aller Menschen war.
Seine Augen brannten. War es von seiner armseligen Heulattacke oder vom elendigen Rauch? Wahrscheinlich eine Mischung aus Beidem. Bob versuchte jegliche Konsequenzen zu verdrängen. Er wollte für immer auf dieser Bank bleiben, vergessen, wer er war und wer er sein könnte.
„Ich wusste gar nicht, dass du rauchst.“, Peters Stimme kam unerwartet und ließ Bob so heftig zusammenfahren, dass er seine Kippe in den Dreck warf. Er seufzte und drückte sie mit seinem Schuh aus. „Jetzt nicht mehr.“
„‘Tschuldige.“, der Rotschopf ließ sich neben ihn auf die Bank fallen. „Ich hab mir solche Sorgen gemacht. Warum bist du weggerannt?“
Bob traute sich nicht, etwas zu sagen, wusste auch gar nicht, was er sagen sollte. Alles schien verloren. Er starte nur in die Grünanlage vor ihm und wünschte sich nichts mehr, als sich in Luft auflösen zu können.
Zu seinen Ungunsten würde aber in den nächsten Stunden wohl kein wundersamer Genie auftauchen, um ihn diesen Wunsch zu erfüllen.
„Es tut mir leid. Ich- ich war vielleicht etwas überfordert. Ich hätte dich nicht einfach stehen lassen sollen.“, er wollte Peter nicht anschauen, zu sehr übernahm ihn die Angst, dass seine Augen ihn verraten würden.
„War es wegen dem Kuss? Entschuldige, ich hätte dich nicht einfach küssen sollen, aber ich dachte es wäre das beste Ablenkungsmanöver-“
„Peter“
„Und Ian hat es auch voll abgekauft und somit sind wir ohne Morddrohungen da rausgekommen-“
„Peter.“
„Du weißt doch was Justus über ihn erzählt hat-“
„Peter!“, Bob drehte sich zu seinem Freund und schüttelte ihn förmlich aus seinem Monolog heraus. Es schien zu funktionieren, denn allzu bekannte grüne Augen blickten überrascht zu ihm herüber. Bob seufzte. Er wollte nicht mehr lügen, hatte auch langsam keine Kraft mehr zu lügen. Viel zu lange schon wusste er von seinen Gefühlen für seinen besten Freund, und ebenso lang litt er darunter. Vielleicht würde eine direkte Zurückweisung ihm endlich helfen, damit abzuschließen. Vielleicht konnten sie danach noch Freunde bleiben.
„Peter, es ging mir nie darum, dass du mich geküsst hast, sondern wieso.“, jetzt gab es kein Zurück mehr.
„Oh“
„Ja. Und ich würde diese Unterhaltung gerne führen, wenn wir beide nüchtern sind. Also komm schon, du Meisterdetektiv, ich rufe uns ein Taxi.“, mit diesen Worten stand der Blonde auf und zückte sein Handy, um beim nächsten Anbieter einen Wagen zu bestellen. Lange mussten sie nicht warten, nach schon fünf Minuten saßen sie auf dem Rücksitz des gelben Gefährts Richtung Heimat. Den MG würden sie wohl morgen holen müssen. Ob sie da noch miteinander sprechen würden?
Peter nahm die Aufschiebung dieses Gespräches dankend an, zu viel in seinem Kopf, über das er sich zuerst lieber Gedanken machen wollte.
Die Fahrt verbrachten sie in absoluter Stille, nur die Radiosongs waren zu hören. Als Rocky Beach in Sicht kam, begann Bob seine Taschen nach seinen Schlüssel abzutasten. Sie waren nirgends zu finden. Dann fiel ihm ein, dass er ihn extra sicher in Peters Auto gelassen hatte, um ihn nicht zu verlieren. Er stöhnte. Seine Mutter hatte ihn extra daran erinnert, dass sie und sein Vater über das Wochenende zu Freunden fahren würden. Also hatte er auch niemanden, der ihm aufmachen konnte.
„Alles gut?“, das war das erste Mal seit dem Park, dass Peter mit ihm sprach. „Ja, ja. Ich hab nur meinen Schlüssel in deinem Handschuhfach liegen gelassen und meine Eltern sind nicht zuhause. Aber irgendwie komm ich schon ins Haus, keine Sorge.“, das war wirklich das letzte, was der Blonde gebraucht hatte. Nun musste er auch noch gut angetrunken in sein eigenes Haus einbrechen.
„Schlaf doch einfach bei mir.“, er spürte, wie der Blick des Zweiten ihn durchbohrte. Bob löste seinen Blick vom Fenster und sah zu seinem Freund hinüber.
„Peter…“, nach Allem, was passiert war heute im gleichen Zimmer schlafen wie der Rotschopf? Das war ein Selbstmordkommando.
„Bitte Bob.“, diesem verdammten Hundeblick hatte der dritte Detektiv noch nie wiederstehen können.
So fanden sich beide Detektive in Peters Zimmer, so leise wie sie konnten. Die Eltern des Zweiten schliefen bereits. Das war leider auch der Grund, warum sie die zweite Matratze nicht vom Dachboden holen konnten. Es war nicht so, als hätten sie noch nie in einem Bett geschlafen. Aber die Ereignisse aus dem Club und dem Park hingen zwischen ihnen, bauten eine unerträgliche Spannung auf. Eine Spannung, die alles extra seltsam machte.
Peters Blick wanderte unsicher von seinem Freund zu dem Bett und wieder zurück. „Ich, ich kann auf dem Boden schlafen?“, er räusperte sich. „Das ist doch albern, Zweiter. Ich kann dich doch nicht auf dem Boden schlafen lassen, während ich in deinem Bett liege. Dein Teppich ist mir weich genug.“, Bob schüttelte den Kopf. Er wünschte, er könnte die Zeit zurück drehen, alles rückgängig machen. Er wünschte, sie wären nie zu diesem verdammten Club gefahren.
„Entweder ich schlaf auf dem Boden, oder wir pennen beide in meinem Bett. Wie oft haben wir das schon als Kinder gemacht, Bob?“, Peter sah ihn mit traurigen Augen an. Weltuntergangsstimmung war etwas anderes. Der Dritte nickte nur und ließ sich von seinem Freund Klamotten zum Schlafen geben. Nach einem kurzen Abstecher ins Badezimmer lagen beide in Peters Bett. Bob war hundemüde, aber es fiel ihm noch nie so schwer wie in diesem Moment, einzuschlafen. Viel zu sehr war er damit beschäftigt, den zweiten Detektiv im fahlen Licht zu beobachten. Peter war fast sofort ins Land der Träume abgedriftet und schlief friedlich auf seiner Seite, als wäre nichts passiert. Vielleicht hing es auch mit Peters nicht vorhandener Alkoholtoleranz zusammen.
Bob hingegen lag nur da, seine Gedanken kreisten. An Schaf war gar nicht zu denken. Er wollte nirgends lieber sein als hier und doch am liebsten ganz weit fort gehen. Auswandern. Irgendwie sowas. Er tat nichts von alledem, er starrte nur seinen schlafenden Freund an, der leise vor sich hin schnarchte.
Irgendwann musste er doch eingeschlafen sein, denn als der dritte Detektiv wieder die Augen öffnete, strahlten die ersten Sonnenstrahlen in Peters Zimmer. Der Bewohner des besagten Zimmers schnarchte immer noch seelenruhig vor sich hin, als würde ihm nicht bald eine der wichtigsten Unterhalten in dieser Freundschaft bevor stehen. Bob seufzte, und befreite sich aus seiner Decke. Er brauchte jetzt erstmal frische Luft. Der Gedanke, einfach weg zu laufen, huschte kurz durch seinen Kopf, aber das würde er dem Zweiten nicht antun, nicht ein zweites Mal. Er wüsste auch gar nicht wohin.
Er schnappte sich einen Zettel und Stift, um Peter zu informieren, dass er kurz raus gehen würde. Bob legte die Nachricht neben das Handy seines Freundes, dann zog er sich schnell Hose und Pullover drüber. Zum Schluss griff er nach seiner Jacke und schlich die Treppe herunter. Zielstrebig öffnete er die Tür zur Küche, dem nächsten Raum mit Gartenzugang. Peters Mutter bemerkte der Blonde erst, als er schon mitten im Zimmer stand. Die Frau stand mit dem Rücken zu ihm, drehte sich dann aber um und sah ihn überrascht an. Bob fluchte innerlich, er hatte ganz vergessen, dass die Shaws ja zuhause gewesen waren, und nicht wie seine eigenen Eltern außer Haus.
„Mensch, Bob. Ich wusste gar nicht, dass du hier bist. Möchtest du etwas essen, Junge?“, fragte sie gleich. Der Dritte stand etwas ertappt mitten im Raum, auch wenn es für Mrs. Shaw durchaus normal war, dass er hier hin und wieder schlief, auch unangekündigt. Aber dabei wusste Peters Mutter nicht, was sie gestern getrieben haben. Seine Gedanken wanderten wieder zum Kuss und er spürte die Wärme in seine Wangen kriechen. Schnell lehnte er dankend das Angebot von Mrs. Shaw ab und erklärte ihr, dass er im Garten nur etwas frische Luft schnappen wollte, bis Peter wach war. Sie versprach ihm, ihren Sohn dann hinauszuschicken und damit verschwand Bob schon durch die Glastür nach draußen. Er ging nicht weit, nur um die Ecke, sodass man ihn nicht direkt sah, wenn man aus dem Fenster blickte. Dort breitete er seine Jacke über den kalten Steinboden aus und ließ sich an der Hauswand herunter gleiten, Sein Kopf war wie leergefegt. Er wollte nicht mehr länger nachdenken, wollte am liebsten gar nicht mehr fühlen. Dann wäre diese ganze Sache nie passiert. Ändern konnte er auch jetzt nicht mehr, er musste einfach abwarten. Auch wenn es sich so anfühlte, als würde er gleich in einen Krieg ziehen, dessen Niederlage vorprogrammiert war. Diese einsamen Augenblicke im Garten waren wahrlich die Ruhe vor dem Sturm.
Seine Hände tasteten wie von selbst nach Zigarettenschachtel und Feuerzeug und er zog sich eine Kippe aus der Verpackung. Vielleicht würde ihn das Nikotin etwas beruhigen. Er zündete sie an und beobachtete den Rauch. Der war auch als Einziger zu sehen. Die warmen Morgenstunden vertrieben die Atemwolke der kalten Nächte.
Er hörte die Tür zur Küche wieder aufgehen. Zuerst wollte er seine Kippe hektisch verstecken, aber nach Sekunden merkte er, dass es Peter war. Bei ihm war es eh schon zu spät. Also rutschte er nur etwas umher, um mehr Platz auf seiner Jacke zu schaffen. Da kam der Rotschopf schon um die Ecke. Bob schaute ihn nicht an, starrte nur weiter in die Ferne. Er spürte, wie sich Peter neben ihn saß, aber er sagte nichts. So schwiegen sie sich die nächsten fünf Minuten an. Bob unternahm nichts, das zu ändern, er nahm nur hin und wieder einen Zug von seiner Zigarette und schnipste die Asche in einen alten Kaugummibehälter, den er in den letzten Tagen als tragbaren Aschenbecher nutzte.
„Ich dachte, du wärst wieder weggelaufen“, Peter klang so verletzt, Bob wusste nicht, was er antworten sollte.
„Ich musste nur mal raus, frische Luft und so.“, er nahm einen Zug von der Kippe, die Glut nicht mehr weit entfernt von dem gelben Filter.
„Sicher. Sehr frische Luft, die du da atmest, Dritter“, der Blonde wusste, dass er den Tabak meinte. Unrecht hatte er ja nicht.
„‘Tschuldige“, mehr brachte er nicht raus. Sein Herz schnürte sich zusammen. Er wollte Peter nicht verlieren. Unter keinen Umständen. Aber Bob fühlte sich so machtlos, als würde er über dünnes Eis laufen, das bei jedem Schritt verdächtig knackte. Jede Entscheidung könnte die Letzte sein.
Wieder fiel für mehrere Augenblicke kein Wort.
„Wegen gestern.“, setzte Peter erneut an. Bob nickte nur leicht. Der Anfang vom Ende. Der Blonde nahm einen letzten Zug und drückte die Kippe aus. Den Filter schmiss er in seine Dose. Er seufzte.
„Du bist abgehauen, weil ich dich als Ablenkungsmanöver geküsst habe. Nicht wegen dem Kuss selbst?“, fragte Peter unsicher.
„Hm.“, bestätigte Bob.
„Ist es auch derselbe Grund, warum du mich die letzten Wochen gemieden hast?“
Peter hatte es also doch gemerkt. Er nickte leicht und schaute zu dem Rotschopf hinüber, blickte seinen Freund zum ersten Mal in diesem Gespräch wirklich an. Seine Haare waren noch ganz zerzaust und der Schlaf hatte sein Gesicht nicht ganz verlassen. Seine Sommersprossen waren durch die fehlende Sonnen die letzten Tage kaum noch zu sehen, aber sie waren da. Ihre Blicke trafen sich. Bob versuchte, das Feuerwerk in seinem Magen zu ertränken, aber er konnte nicht anders als in diesen verdammten grünen Augen zu versinken. Die Zeit schien stehen zu bleiben, es gab nur sie. Peters Hände wanderten auf Bobs Wangen und in einer Bewegung zog er den dritten Detektiv zu sich und ihre Lippen trafen aufeinander.
Für einen Moment stockte Bob, aber letztlich konnte er nicht anders, als sich ihm komplett hinzugeben. Und in dem Augenblick wurde ihm bewusst, dass er sich Peter immer hingeben würde, denn es war Peter und am Ende des Tages war Bob über jeden Brotkrümel so glücklich. Nach einigen Augenblicken trennten sie sich der Atemnot geschuldet, Stirn an Stirn.
„Peter“, hauchte der Dritte, Verwirrung schwang in seiner Stimme mit. Er suchte den Blick seines Freundes, suchte Antworten. Warum hatte er ihn dieses Mal geküsst. Und warum fühlte es sich so real an. Es war niemand hier, den sie ablenken mussten. Bob traute sich nicht, den Gedanken zu formen, der das alles sehr plausibel erklären könnte. Er wollte sich keine Hoffnungen machen, nicht wenn sein Herz so sehr daran hing.
„Bob“, er erwiderte den Augenkontakt, sein Blick voll Emotionen, die der Blonde nicht entziffern konnte. „Jetzt hab ich dich geküsst, weil ich in dich verliebt bin. Bleibst du dieses Mal bei mir?“, er grinste verlegen. Bob wollte seinen Ohren nicht trauen. „Du… du bist in mich verliebt?“, wirr lehnte er sich zurück und fuhr nervös durch seine Haare.
„Hm. Schon bisschen länger.“
„Ich-, ich auch. Ich liebe dich“, der Blonde lachte erleichtert. Es war so befreiend diesen Satz endlich sagen zu können. Es schien, als wäre alles leichter. Dies machte ihm bewusst, dass Peter wahrhaftig seine Atemluft war, sein Sauerstoff in dieser stickigen Welt.
„Wir klingen wie Grundschüler, die gerade erst von dem Konzept Liebe erfahren haben“, Peter begann zu lachen.
„Ja, das tuen wir vielleicht. Aber nur die Vögel sind unsere Zeugen, da können wir noch so komisch klingen.“, er legte seinen Kopf auf Peters Schulter ab, um sein Grinsen vor seinem Freund zu verstecken.
Vor nicht mal zehn Minuten dachte er, er wäre kurz vor seinem Tod. Jetzt war er der glücklichste Mensch auf diesem Planeten. Wie verrückt einen diese chemischen Verbindungen machen konnten.
„Hast du Lust auf ein richtiges Date diese Woche? Richtig klischeehaft, mit Händchenhalten in irgendeinem Café.“, der Rotschopf begann über Bobs Haare zu streichen. Der Dritte brummte zustimmend, die kurze, rastlose Nacht begann, ihn einzuholen.
„Liebend gerne.“, murmelte er und gähnte.
„Aber bitte hör auf zu rauchen, sonst kann ich dich nicht mehr küssen.“
Bob konnte sich ein kleines Lachen nicht verkneifen.
„Ich werde dran arbeiten.“
